Nikolaus, Weihnachtsmann und Christkind. Diese drei begleiten uns durch die Weihnachtszeit. Aber warum ist das so? Und wer hat welche Aufgabe?
Nun, am einfachsten ist wohl der Nikolaus zu erklären, denn diesen gab es wirklich.
Der heilige St. Nikolaus, ein Bischof der bis zu seinem Tode im Jahre 343 in der heutigen Türkei lebte, war besonders für sein Wohlwollen gegenüber Armen, Kranken und Kindern bekannt.
An seinem Todestag, dem 6. Dezember schenkte man vom 16. Jahrhundert an daher seinen Dienstboten und und später nur den Kindern eine Kleinigkeit.
Martin Luther war jedoch gegen die Heiligenverehrung. Jedoch mochte natürlich niemand auf die liebgewonnene Tradition des Schenkens und Beschenkt Werdens verzichten. Daher führte Luther die Geschenkeübergabe durch den Heiligen Christ am 24. Dezember ein.
Nun ist „der heilige Christ“ nicht dazu geeignet, kleine Kinder zu begeistern. Also wurde er kurzerhand verniedlicht und zum „Christkind“. Warum dies allerdings überwiegend weiblich und im Alter zwischen 12 und 16 dargestellt wird, leuchtet nicht recht ein. Vermutlich ist die Darstellung von zahlreichen Heiligenbildchen abgeguckt, auf denen Maria und Josef mit dem Jesuskind von engelhaften Mädchen in weißen Gewändern und offenem goldenem Haar begleitet wurden. Deren Anführerin wurde auch als „Christkind“ bezeichnet.
Ja, und was ist nun mit dem Weihnachtsmann?
Dieser ist vermutlich ursprünglich vom Nikolaus abgeleitet worden. Daher heißt er in Amerika auch Santa Clause, der heilige Klaus (Nikolaus). Die Bischofskleidung des St. Nikolaus verschwimmt ein wenig mit der seines bäuerlichen Begleiters Knecht Ruprecht (der wiederum ein ganz eigenes Thema ist). Sack, derbe Stiefel und Rute übernahm der Weihnachtsmann. Hinzu kam der Bart (eventuell eine Anlehnung an die kindliche Vorstellung des weißbärtigen Gottvaters) und das rote Bischofsornat wurde zum Mantel.
Der Weihnachtsmann, so wie wir ihn heute kennen, ist keine Erfindung von Coca Cola, wie häufig behautet wird, sondern wurde lediglich durch die Werbekampagne dieses Unternehmens bekannt und berühmt gemacht. „Erfunden“ hat die Figur des Weihnachtsmannes im rot weißen Mantel angeblich ein amerikanischer Karikaturist.
Die Aufgabenteilung der drei ist heutzutage klar definiert.
Am 6. Dezember beschenkt der Nikolaus die Kinder. Denn das konnte uns natürlich auch Luther nicht austreiben.
Gerne nahm man aber das zusätzliche Gabenfest am 24. Dezember an.
Ursprünglich kam das Christkind in die protestantischen Familien, um diese zu bescheren und der Weihnachtsmann rutschte in den katholischen Familien durch den Kamin. Warum sich das im Laufe der Zeit umgekehrt hat? Man kann nur mutmaßen, das es den Katholiken dann doch besser gefiel, vom Jesuskindchen persönlich beschenkt zu werden, anstatt von einem alten Mann. Aber das sind nur Mutmaßungen. Fakt ist, daß heutzutage in überwiegend katholischen Regionen, z.B. im Süden Deutschlands, das Christkind beschert. So ganz klar ist diese Grenze aber nicht mehr gezogen, da sich die Traditionen durch eine gesteigerte Mobilität der Menschen verwischen.
Beide kommen heimlich und ungesehen am Weihnachtsabend. Also kann man sich ja auch nicht sicher sein, wer da nun wirklich die Geschenke unter den Baum gelegt hat. Der alte Mann aus dem geheimnisvollen Wald im hohen Norden, oder das blond gelockte Christkind aus himmlischen Sphären.
Im Norden Europas ist es auf jeden Fall der Weihnachtsmann, etwa ab der Mitte Deutschlands kommt das Christkind. Sinter Claas kommt in den Niederlanden am 6.Dezember, die Hexe Befana in Italien am 06.01. und in Spanien bringen am 6.1. die heiligen drei Könige die Geschenke. In den östlichen Regionen kommt Väterchen Frost. Aber alle haben den gleichen Job – Kinder beschenken und an Jesu Geburt erinnern.
Zum weiteren Nachlesen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Christkind
http://de.wikipedia.org/wiki/Weihnachtsm…
Interview mit einem echten Christkind:
http://www.christkindlesmarkt.de/index.php?navi=1&rid=3